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Liebe Fans und UnterstützerInnen von CLOUD MAKING MACHINE,

nach 90 Tagen Crowdfunding haben wir mit eurer Hilfe das Fundingziel erreicht und sind damit unserem gemeinsamen Ziel, den Film CLOUD MAKING MACHINE fertig zu stellen, ein Stück näher gekommen. Dafür ein großes und herzliches Dankeschön – nicht nur an die SpenderInnen, sondern auch an alle, die geholfen haben, das Projekt weiter bekannt zu machen. In den letzten Tagen war nochmal viel in Bewegung.

Für uns war dies die erste Crowdfunding-Kampagne und dadurch auch irgendwie ein Experiment.

Rückblick.

Nachdem wir in der Vergangenheit bereits versucht haben, für ein anderes Dokumentarfilmprojekt über den klassischen Weg – mittels Bemusterung von Filmförderinstitutionen und TV-Sender-Redaktionen – zu gehen und nach einem Jahr erfolglos gestellter Anträge und Reisen zu Vernetzungstreffen scheiterten, ist für uns diesmal klar: Wir können auch anders.

Da wir anfangs bereits mit dem Tanz-Theater-Projekt „Impulse“ in der Erstaufnahmeeinrichtung gedreht haben, machen wir jetzt eben ohne Finanzierung weiter. Denn in der Erstaufnahmeeinrichtung bieten sich uns völlig neue Perspektiven und wir glauben, dass es wichtig ist, diese zu erzählen. Doch ganz alleine wird das schwierig. Wir brauchen UnterstützerInnen, wir brauchen eine Crowd.

Aus Do-it-Yourself wird Do-it-Together.

Was brauchen wir für eine gute Funding-Kampagne? Interessante Texte, gute Fotos, einen Kampagnen-Trailer, kleine Auszüge aus dem Rohmaterial, Social-Media-Accounts, kreative Ideen, jede Woche was Neues und eine ordentliche Portion Durchhaltevermögen. Das Startnextprofil wird bestückt und die ersten 50 Fans sind schnell gewonnen. Das macht Mut.

Wir sind uns nicht sicher, ob wir die Summe von 5.000,- € wirklich zusammen bekommen. Unser Film berührt eben kein Wohlfühlthema. Und in den Medien werden Flüchtlinge zunehmend Objekt der Berichterstattung.

Die ersten Beiträge gehen auf unserer Seite ein. Die Kampagne läuft gut an, fühlt sich aber auch etwas komisch an – sein eigenes Netzwerk anzapfen, sich bei Facebook registrieren und keine süßen Katzenfotos, sondern vor allem Support-Aufrufe posten und der sich schleichend einnistende Drang, die auf dem Desktop sorgfältig um das E-Mail-Fenster platzierten Seiten in ungeduldiger Regelmäßigkeit neu zu laden. Plötzlich ist Sommer.

Durststrecke nach dem ersten Schub.

Die Räumung des Refugee-Protestcamps vom Oranienplatz am 8. April 2014 bestärkt uns darin, dass die Thematik viel zu wenig aus der Perspektive von Geflüchteten erzählt wird.

Nach drei Wochen passiert nichts mehr. Trotz regelmäßiger Foto- und Textbeiträge und kleinen Teaser-Snippets ist irgendwie der Wurm drin. Einen Hoffnungsschimmer bilden ein großer Artikel im "Neues Deutschland", ein Interview für das Berliner Kulturportal kubinaut.de / crowdfunding-berlin.com und ein verdammt lieber handschriftlicher Brief einer Leserin mit der Bitte um eine Bankverbindung. Sie habe kein Internet und würde uns sehr gerne unterstützen.

Das Ende der Kampagne naht.

Zum Ende der Kampagne fehlen uns noch gut 2.000,- €. ALEX TV lädt uns in die Sendung "Raum für Notizen" ein, kurz darauf auch FluxFM für einen Radio-Beitrag. Wir freuen uns. Denn das ermöglicht uns einen kritischen Blick auf die gängige Praxis in der Berichterstattung und Flüchtlingspolitik einzubringen. Unser Netz verbreitet sich. Doch unsere Kampagne läuft nur noch einen Tag.

Die Verlängerung der Kampagne.

Wir dürfen unsere Kampagne um 30 Tage verlängern, die Berichte über unseren Film finden wir gut. Einige UnterstützerInnen wollen sich nicht bei Startnext registrieren aber trotzdem supporten und erreichen uns über Umwege. Ausserdem wird endlich der Mobilisierungstrailer für den selbstorganisierten Refugee Club fertig, den wir bereits im Februar 2014 gedreht haben. Und nun, kurz vor Ende, kommt auch noch ein kleines Interview in der Taz.

Geschafft.

Puh und nochmal puhhh. Crowdfunding ist eben nicht nur Geld einsammeln, sondern zu einem beträchtlichen Teil PR-Arbeit und Netzwerkaufbau. Aber das macht diesen Weg der Filmfinanzierung so interessant. Wir arbeiten nicht isoliert in unserem Stübchen an einem Film, von dem wir nicht wissen, ob genügend Menschen ihn wert finden, sondern kommen unmittelbar in Kontakt mit zahlreichen Leuten, die unseren Ansatz teilen. Und das gibt uns Kraft und Zuversicht weiter dran zu bleiben.

Danke!